Verband Deutscher Verkehrs-Amateure



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Tagung 2006 (Raum Stuttgart)


Fotogalerie "VDVA-Jahrestagung 2006.


Jahrestagung des Verbands Deutscher Verkehrs-Amateure
mit Standort Stuttgart vom 04. bis 13. August 2006
Von Otwin Krause und Walter Vögele

Freitag, 04. August 2006 – St. Gallen – Obus und Mühleggbahn

Tagung 2006

Zum Auftakt der Tagung traf sich um 15.30 Uhr eine Gruppe von 15 Teilnehmern am Obus-Depot in St. Gallen, wo wir bereits vom Leiter der Verkehrsbetriebe, Herrn Thomas Romer, sowie seinen Abteilungsleitern Rino Cavallet und Andreas Wieland erwartet und sehr freundlich aufgenommen wurden. Bei Kaffee und kalten Getränken – nach Wunsch – erläuterte Herr Romer zunächst Geschichte, Gegenwart und Zukunft des St. Galler Verkehrsbetriebs. Es folgte ein Rundgang durch das Depot. Danach brachte uns ein Sonderbus zur Bergstation der Mühleggbahn, wo wir die Antriebsanlage besichtigen konnten. Diese Standseilbahn hat nur einen Wagen, das Seil wird daher auf eine große Trommel aufgewickelt, wobei eine besondere Führungsvorrichtung dafür sorgen muss, dass das Seil immer sorgfältig nebeneinander aufgelegt wird. Nach einer Fahrt zur Talstation konnten wir vom Dienstbahnsteig aus Fotos von der Bahn und dem direkt daneben liegenden Wasserfall machen, soweit die Fotoapparate nicht wegen eines weiteren Wasserfalls, nämlich dem vom Himmel herunter, ihren Geist aufgaben. Nach der Rückfahrt zur Bergstation brachte uns der Bus wieder zum Depot. Von der Talstation wäre es nur ein Fußweg von etwa 10 Minuten bis zum Depot gewesen, aber bei strömendem Regen wären wir sicherlich hinterher klatschnass gewesen, so dass wir für den Bustransfer besonders dankbar waren. Anschließend lud uns Herr Romer in einer nahe gelegenen Gaststätte zu schmackhaften Rösti mit Käse und Spiegelei ein und stand uns mit seinen Mitarbeitern noch lange Zeit zu Diskussion und Erfahrungsaustausch zur Verfügung, die letzten verließen zusammen mit Herrn Romer erst gegen 22 Uhr das Lokal.

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Samstag, 05. August 2006 – Rheineck-Walzenhausen-Bahn, Internationale Rheinregulierungsbahn, Rorschach-Heiden-Bahn

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Um 8.21 ging es mit der SBB nach Rheineck. Dort gibt es eine Bahn, die zunächst etwa 700 m als Adhäsionsbahn, danach als Zahnradbahn nach Walzenhausen verkehrt. Sie hat die ungewöhnliche Spurweite von 1200 mm und nur einen einzigen Triebwagen, so dass bei Ausfall des Triebwagens, z. B. wegen Revision, der Betrieb eingestellt und durch Busse mit erheblich längerer Fahrzeit ersetzt werden muss. Die Bahn fährt vormittags nur einmal in der Stunde, so dass in der dazwischen liegenden Pause für uns ein Sonderzug vorgesehen war, der genügend Fahrzeit hatte, um unterwegs einen mit der Betriebsleitung vereinbarten Fotohalt einzulegen. Leider war der Triebfahrzeugführer nicht im Bilde und verweigerte den Fotohalt. Er wollte auch unbedingt Fahrkarten sehen. An der Bergstation telefonierte er daher sehr andauernd mit dem Betriebsleiter. Walter Vögele wurde schon ganz nervös, denn mit der planmäßigen Talfahrt hatten wir in Rheineck nur 3 Minuten Übergang zur Weiterfahrt nach Lustenau. Da diese Verbindung nur alle zwei Stunden angeboten wird, hätte ein Versäumen dieses Anschlusses das ganze Programm bei der Rheinregulierungsbahn zunichte gemacht. Glücklicherweise beendete er das Telefonat doch gerade noch rechtzeitig.
In Lustenau war ein relativ strammer Fußmarsch vom Bahnhof zum Museum „Rheinschauen“, dem Startpunkt der Internationalen Rheinregulierungsbahn, notwendig. Daher war vom Umsteigebahnhof St. Margrethen für die Teilnehmer, die nicht so gut zu Fuß sind, ein Taxi für 8 Personen bestellt. Walter Vögele hatte acht Fahrgäste eingeteilt, plötzlich standen aber neun Teilnehmer am Taxi – und der Anschlusszug war schon weg. Aber der Taxler war großzügig und nahm alle mit!

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Die Internationale Rheinregulierungsbahn beruht auf einem Abkommen zwischen Österreich und der Schweiz zur Regulierung der letzten ungefähr 30 Kilometer des Rheins vor seiner Mündung in den Bodensee. Dazu musste von einem Steinbruch bei Koblach das Material an die Einbaustelle entlang des neuen Flussbetts gebracht werden. Für den Transport wurde diese Bahn mit einer Spurweite von 750 mm gebaut. Zunächst wurde sie mit Dampflokomotiven betrieben. Später wurde ein Teil der Strecke mit Fahrleitung versehen und es kommen seitdem Zweikraft-Lokomotiven zum Einsatz, die außerhalb der elektrifizierten Abschnitte mit Diesel fahren. Die Fahrleitung ist nur an kurzen Auslegern von etwa 30 cm befestigt, die Lokomotiven haben aber Stangenstromabnehmer, so dass die außerhalb des Gleisbereichs liegende Fahrleitung erreicht wird. Auch an den Ausweichstellen ist nur ein Fahrdraht vorhanden, einer der kreuzenden Züge muss seinen Stromabnehmer von der Fahrleitung entfernen. Der Abbau von Material am Steinbruch ist inzwischen beendet, heute wird das Material mit Lastkraftwagen von anderen Steinbrüchen herangeschafft und allenfalls auf dem letzten Abschnitt vor der Rheinmündung mit der Bahn verteilt.
Mit einem Zug aus Lok Heidi + J302 + C21 + C18 + C13 + C16 + C15 + C14 + C12 + C17 + C11(grün) + S4 befuhren wir als erstes die Strecke zum Steinbruch, wobei an der Zollstelle Widnau-Wiesenrain der Rhein auf der Straße entgegen der Verkehrsrichtung überquert wird, was für die Fotografen und „Videoten“ natürlich ein besonderes Schmankerl darstellte. Damit wir auf der rund fünfstündigen Fahrt nicht verhungern und verdursten würden, waren bereits bei der Abfahrt im Zug belegte Brötchen und reichlich Getränke bereit gestellt. Nach einer längeren Fahrt auf Schweizer Seite wurde der Rhein wieder überquert, dieses Mal jedoch auf einer reinen Eisenbahnbrücke. Damit auf dieser, weit entfernt von irgendeiner Zollstelle gelegenen Brücke kein unkontrollierter „kleiner Grenzverkehr“ stattfindet, ist mitten auf der Brücke – an der Staatsgrenze – ein großes, massives Stahltor eingebaut, das vor der Durchfahrt vom Triebfahrzeugführer geöffnet wird und nach Rückkehr wieder verschlossen werden muss. Diese Strecke wird allerdings von den planmäßigen Touristenzügen nicht befahren. Am Steinbruch konnten die umfangreichen Verladeanlagen sowie die Reste der Lorenbahn im Steinbruch besichtigt werden, dann ging es wieder zurück. Nach einem kurzen Toilettenaufenthalt am Museum fuhren wir weiter zur Rheinmündung. Dort konnten wir allerdings nur noch kurz verweilen, da wir bis zum planmäßigen Touristenzug wieder am Museum sein mussten. Eine knappe Stunde hatten wir noch Zeit für Depotbesichtigung, Kauf von Postkarten und Souvenirs sowie zum Besuch des Museums, das recht anschaulich die geologische Situation und die Bauarbeiten zur Rheinregulierung erläutert.

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Danach brachte uns ein Sonderbus direkt zum Bahnhof Heiden der Rorschach-Heiden-Bahn. Dort fanden wir eine große Baustelle vor, es wird dort ein neues Werkstattgebäude erstellt, in dem die Bahn auch auftragsweise Fahrzeuge der Post unterhalten wird. Wir konnten dann den alten Lokschuppen besichtigen, in dem noch zahlreiche Gerätschaften aus der Anfangszeit der Bahn vorhanden sind. Es ist noch nicht geklärt, was mit dem Gebäude geschieht. Es bestehen Überlegungen, es so zu nutzen, dass die Historie erhalten werden kann. Kurz danach kam bereits unser Sonderzug an, wie bei einer Bergbahn häufig üblich geschoben, so dass ein Umsetzen entfiel. Nachdem der Zug genügend abgelichtet war, fuhren wir bis Wienacht-Tobel, wo er in ein Abstellgleis rangiert wurde, damit der Planzug kreuzen konnte. Das gab natürlich wieder Gelegenheit für viele unterschiedliche Foto- und Videoaufnahmen. Anschließend fuhren wir weiter zu Tal bis zur „Bergstation“ in Rorschach, womit die Station der Bergbahn in Rorschach gemeint ist. Hier konnte das Depot ausgiebig besichtigt werden. Zum Schluss wurden wir mit unserem Sonderzug noch die wenigen Hundert Meter zum Bahnhof Rorschach gebracht, von wo wir mit der SBB nach St. Gallen zurückkehrten.

Sonntag, 06. August 2006 – Appenzellerbahnen – Trogenerbahn

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Zunächst ging es wieder mit der SBB von St. Gallen nach Herisau. Bereits im Hotel, spätestens aber im Zug verteilte Walter Vögele Informationsmaterial der Appenzellerbahnen und ein rotes Appenzellerbahnen-Käppi. Außerdem erhielt jeder Teilnehmer leihweise eine Warnweste, die auf Wunsch der Appenzellerbahnen während der Fahrt zu tragen war. So waren die Teilnehmer schon von weitem zu erkennen. In Herisau waren einige Fahrzeuge im Freien zum Fotografieren bereitgestellt, weitere Fahrzeuge konnten in der Halle besichtigt werden. Hier wie auch später in Gais begleitete uns der Leiter der Werkstatt, Herr Willkommen, und stand uns für alle Fragen bereitwillig zur Verfügung. Nach dem Schweizer Prinzip der Eigenverantwortung hatte er uns vorab auf die besonderen Gefahren im Gleis- und Werkstattbereich hingewiesen und zur Vorsicht ermahnt, dann durften wir aber ganz nach Belieben ausschwärmen, ganz im Gegensatz zum Vorgehen einige Tage später an anderem Ort, wo wir außerhalb des Betriebshofs die Fahrzeuge verlassen mussten und erst nach dem Ausrücken das andere Fahrzeug besteigen durften.
Um 9.20 ging es mit einer älteren Pendelkomposition zunächst bis Urnäsch. Dort war Überholung und Kreuzung, sehr zur Freude der Fotografen. Anschließend fuhren wir über Appenzell nach Wasserauen. Christof Henseler stellte fest, dass in dem dortigen Schuppen ein älteres Fahrzeug stand und bemängelte, dass eine Besichtigung nicht vorgesehen war. Aber nur eine kurze Anfrage an unseren Begleiter – und schon wurde uns der Schuppen aufgeschlossen, so dass wir einen kleinen Rundgang machen konnten. Nach Appenzell zurückgekehrt hatten wir etwa eine Stunde Aufenthalt, in der der planmäßige Nostalgiezug Herisau – Wasserauen und die verschiedenen sonstigen planmäßigen Züge aufgenommen werden konnten bzw. ein Rundgang durch den Ort oder eine Kaffeepause möglich war. Von Appenzell fuhren wir über Gais bis „Alter Zoll“, hier war Kreuzung mit dem planmäßigen Zug und somit ein längerer Fotohalt, dann ging es weiter bis zur Endstelle Altstätten Stadt. Von der ursprünglichen Fortsetzung der Strecke bis zum Bahnhof Altstätten ist nichts mehr zu sehen.
Die Rückfahrt verlief ohne Halt bis Gais, wo wir mit unserem Sonderzug bis ins Depot rangiert wurden. Auch hier hatten wir Gelegenheit, alles zu sehen, was wir wollten, und Herr Willkommen stand uns nochmals für Erläuterungen zur Verfügung. Von Gais aus fuhren wir mit dem Triebwagen 5 in der grünen Farbgebung der früheren St. Gallen – Gais – Appenzell – Bahn (SGA) mit 3 Beiwagen über Teufen, wo wir ähnlich wie in Urnäsch sowohl Überholung wie auch Kreuzung hatten, nach St. Gallen zurück.

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Unmittelbar neben dem Bahnhof der Appenzellerbahnen befindet sich die Abfahrtsstelle der Trogenerbahn. Hier kam kurz nach unserer Ankunft bereits unser Sonderzug an. Wir warteten allerdings die Abfahrt des planmäßigen Zuges ab, bevor auch wir uns in Bewegung setzten. An der Haltestelle Schülerhaus, bei der der Bahnsteig in der Straße zwischen den Gleisen liegt, hatten wir einen Fotohalt mit der Kreuzung des Gegenzuges. Auf der Fahrt bis Trogen sowie zurück bis zum Depot in Speicher folgten noch weitere Fotohalte bei zunehmend besser werdendem Wetter. In Speicher fand eine ausgiebige Besichtigung des Depots statt, dabei wurden uns bereitwillig alle Fahrzeuge ins Freie gefahren, die wir gerne fotografieren wollten, die Schneeschleuder wurde sogar in volle Aktion versetzt, nur der Schnee fehlte noch! Unser Sonderzug brachte uns rechtzeitig nach St. Gallen zurück, um nach Aufnahme unseres Gepäcks im Hotel oder aus dem Schließfach unseren Zug nach Lindau zu erreichen, von wo es über Ulm nach Stuttgart ging. Eine kleine Gruppe fuhr über Konstanz nach Karlsruhe und Ludwigshafen.

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Montag, 07. August 2006 – Karlsruher Stadtbahn von Stuttgart übers Enztal ins Hohenloher Land mit Sommerbergbahn (Bad Wildbad) und Künzelsauer Standseilbahn

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Um 8.33 traf der Bistrowagen 847 der Karlsruher Stadtbahn im Hauptbahnhof Stuttgart ein, wo er ausgiebig fotografiert und auf Video gebannt wurde. Er war um 6.40 Uhr im Betriebshof West der Verkehrsbetriebe Karlsruhe abgefahren, wo er von Walter Vögele mit ausreichend Getränken für einen heißen Sommertag beladen worden war. An der Tullastraße war noch Dipl.-Ing. Dr. e.h. Dieter Ludwig zugestiegen, der bis wenige Tage zuvor Leiter der Verkehrsbetriebe war und uns während der Fahrt ausgiebig über die Geschichte und Entwicklung unterrichtete. Von der Tullastraße an fuhren auch zwei Mitglieder des Treffpunkts Schienennahverkehr mit, die uns auf der Fahrt gastronomisch betreuten. Um 8.43 ging es in flotter Fahrt bis nach Pforzheim und nach kurzem Aufenthalt weiter bis Pforzheim-Brötzingen. Hier hatten wir unseren ersten Fotohalt bei der Kreuzung mit unserem Gegenzug. Weitere Fotohalte folgten im Enztal an den frisch renovierten Bahnhofsgebäuden in Neuenbürg und Höfen. In Bad Wildbad fuhren wir zunächst bis zur Endstelle am Kurpark. Nach einem für das Fotografieren ausreichend langen Aufenthalt ging es über Uhlandstraße zum Bahnhof Bad Wildbad. Nach Belieben bestand Gelegenheit zu einem Bummel durch Bad Wildbad, zur Fahrt mit der Standseilbahn auf den Sommerberg, deren Talstation nur wenige Schritte von der Haltestelle Uhlandstraße entfernt ist, oder zum Aufenthalt an der Strecke, um den planmäßigen Zug sowie die nochmalige Durchfahrt unseres Sonderzuges zu fotografieren. An der Bergstation der Sommerbergbahn konnte die Antriebsanlage besichtigt werden. Leider waren so viele „normale“ Fahrgäste anwesend, dass bei der ersten Fahrt nicht alle Teilnehmer unserer Exkursion mitkamen, sie mussten daher auf die zweite Fahrt warten und hatten daher an der Bergstation nur einen kurzen Aufenthalt von etwa 10 Minuten. Nachdem der planmäßige Zug die Stadtstrecke in Bad Wildbad verlassen hatte, fuhr unser Sonderzug wieder bis Kurpark.
Dann wurden alle Teilnehmer an den verschiedenen Haltestellen wieder aufgenommen. Walter Vögele hatte inzwischen in einer Wildbader Bäckerei die vorbestellten und frisch gerichteten belegten Brötchen abgeholt, die somit pünktlich zur Mittagszeit verteilt werden konnten, während wir mit nur wenigen Halten nach Pforzheim und von da weiter über die Verbindungskurve in Mühlacker nach Bretten fuhren. Die planmäßigen Züge hatten etwas Verspätung, so dass zwei Fotohalte – an der Brücke der Neubaustrecke der DB und bei der Kreuzung mit dem gelegentlich verkehrenden Güterzug der AVG – leider ausfallen mussten, lediglich der im Wald zwischen Flehingen und Zaisenhausen konnte realisiert werden. Aus fahrplantechnischen Gründen musste in Sulzfeld ein längerer Aufenthalt eingelegt werden, wobei wir sowohl Kreuzung wie auch Überholung hatten. Offenbar waren die Fotografen danach bereits etwas ermüdet, denn zwischen Sulzfeld und Eppingen hatte Walter Vögele noch einen weiteren Halt vorgesehen, den aber niemand wahrnehmen wollte.
In Heilbronn wurde ähnlich wie in Bad Wildbad zunächst die Stadtstrecke mit kurzen Fotohalten bis zum Pfühlpark befahren, dort über das seltener benutzte Gleis 14 umgesetzt und wieder zurück bis zur Wendeanlage am Bahnhofsvorplatz gefahren. Danach ging es nochmals durch die Stadt zum Pfühlpark und weiter auf die DB-Strecke. Somit bestand auch in Heilbronn nach Belieben die Gelegenheit zu einem Stadtbummel, zum Kaffee, zum Fotografieren der Planzüge oder zur mehrmaligen Mitfahrt über die Stadtstrecke. Unmittelbar nach Durchfahren der Systemwechselstelle wollte unser Triebwagen nicht mehr so wie er sollte. Unser Wagenführer Andreas Geistler ließ den Wagen ausrollen, während er versuchte, die Störung zu beseitigen. Zunächst gelang dies aber nicht und wir kamen mitten auf einem Bahnübergang zum Halten. Walter Vögele schaute ganz nervös auf die Uhr, denn in Willsbach war ein Fotohalt vorgesehen, bei dem der entgegenkommende Regionaleilzug der DB AG zusammen mit unserem Stadtbahnzug fotografiert werden können sollte. Glücklicherweise gelang es den vereinten Kräften unter Beteiligung von Dr. Ludwig, das Fahrzeug wieder in Gang zu setzen. Wir erreichten gerade noch rechtzeitig den Haltepunkt Willsbach, um geeignete Fotostandpunkte einzunehmen und den durchbrausenden Regionaleilzug mit unserem Sonderzug abzulichten. Etwas ruhiger ging es dann in Eschenau zu, wo dasselbe Spiel, dieses Mal aber mit einer entgegenkommenden Stadtbahn, stattfand. Nach einem kurzen Aufenthalt in Öhringen Bahnhof fuhren wir weiter bis Öhringen-Cappel, wo wir bis in die Wendeanlage kamen. Die Rückfahrt verlief ohne weitere Besonderheiten, die Fahrt endete aber im Hauptbahnhof Heilbronn, so dass auch dort nochmals außergewöhnliche Fotos gemacht werden konnten. Die meisten Teilnehmer machten sich von Heilbronn aus auf den Rückweg nach Stuttgart, einige wenige fuhren mit dem Sonderzug bis Karlsruhe und von dort nach Stuttgart.
Eine kleine Gruppe fuhr von Öhringen mit dem Linienbus nach Künzelsau. Dort gibt es vom Busbahnhof – am früheren, inzwischen stillgelegten Bahnhof – eine erst vor wenigen Jahren erbaute Standseilbahn zum Wohngebiet Taläcker, das entgegen seinem Namen eben nicht im Tal, sondern auf dem Berg liegt! Üblicherweise haben Standseilbahnen ihre Revision im Oktober oder November, aber das gilt für touristische Bahnen, bei denen in dieser Zeit nichts los ist. Die Künzelsauer Standseilbahn ist aber ein „normales“ Verkehrsmittel, hier ist im Spätherbst eher verstärkter Verkehr, die ruhige Zeit ist in den Schulferien. Und so begann die Revision genau am Montag, dem 07. August 2006. Der Betriebsleiter, Herr Stitz, hatte auf Anfrage einer Besichtigung sofort zugestimmt, erst bei der Detailfrage, wann das denn genau sein sollte, stellte sich heraus, dass gerade an diesem Tag die Revision beginnt. Er war aber auch zu einer Führung über die in Revision befindliche Bahn bereit. Die kleine Gruppe fuhr mit dem Schienenersatzverkehrsbus über kurvenreiche, steile Straßen hinauf zur Bergstation, wo trotz feierabendlicher Zeit noch eifrig am Zerlegen des Seilbahnantriebs gewerkelt wurde, um nicht gleich am ersten Revisionstag aus dem vorgesehenen Zeitplan zu kommen. Trotzdem wurde die Gruppe herzlich willkommen geheißen und mit der Geschichte und den Betriebsdaten der modernen Bahn vertraut gemacht. Wegen der mehr als doppelt so langen Fahrzeit des Ersatzbusses konnte sie gerade nur einen Bustakt für die Rückfahrt auslassen und hat deswegen hoffentlich die Geduld von Herrn Stitz nicht über Gebühr strapaziert. Sie konnte interessante Einblicke gewinnen und war dankbar, dass die Besichtigung ermöglicht wurde.

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Dienstag, 08. August 2006 – Augsburg

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An diesem Tag lockte uns endlich ein rein innerstädtischer Verkehrsbetrieb nach Augsburg. Dort wird seit über 350 Jahren an diesem Datum das „Augsburger Friedensfest“ gefeiert, bei dem des Religionsfriedens nach dem Ende des 30-jährigen Kriegs gedacht wird, der weltweit einzige staatlich geschützte städtische Feiertag. Der öffentliche Verkehr fährt nach Feiertagsfahrplan, so dass unsere Sonderzüge keine allzu großen Hindernisse darstellten.
Nach eineinhalbstündiger Zugfahrt mit einem EC trafen wir am Augsburger Hauptbahnhof ein, wo die eingleisige Wendeschleife für den planmäßigen Linienverkehr benützt wird. Deswegen musste unser erster Sonderwagen, ein Gelenkwagen GT6M, genau planmäßig zwischen zwei Linienzügen eingefädelt werden und kam pünktlich und geschmückt wie ein Hochzeitswagen an der Haltestelle an. Kurze Begrüßung, ein schnelles Foto, rascher Einstieg, und schon ging es los zur ersten Endstelle im Augsburger Netz, nach Stadtbergen. Viel Zeit war auch an der Endstation nicht zum Fotografieren, denn trotz des Feiertags drückte uns schon der nächste Planzug weiter. Augsburg benützte die Ferientage, um den verkehrsreichen Straßenknotenpunkt am Roten Tor zu sanieren, so dass die beiden südlichen Strecken nach Haunstetten und ihre direkte Zufahrt vom Königsplatz für den Schienenverkehr gesperrt waren. So kamen wir zu dem Vergnügen, alle unsere Zufahrten zum Betriebswerk über die im Linienverkehr nicht befahrene Betriebsstrecke über den Milchberg machen zu können. Und das waren nicht wenige. Unser Gelenk-Sechsachser wurde dort gegen einen Zug aus zwei Gelenk-GT4 nach Stuttgarter Vorbild ausgetauscht. Leider durften wir nicht mit ins Depot hineinfahren, und da das Umladen aller unser Ausrüstungsgegenstände von Zug zu Zug einige Zeit in Anspruch nahm, mussten wir doch jedes Mal ein längeres Warten, vor dem geschlossenen Hoftor stehend, in Kauf nehmen. Aber dann ging es doch bei schönstem Wetter wieder weiter, diesmal zur Endstelle in Göggingen mit der Blockumfahrung am Kurpark und den Bogengängen der Rehaklinik vorbei zurück zum Werk am Roten Tor, wieder mit dem obligatorischen Photohalt im südlichen Teil der Maximilianstraße. Der dritte Sonderzug des Vormittags war ein M8C, der uns über den steilen Perlachberg an der weltberühmten Fuggerei vorbei und durch den Vorort Lechhausen zur neuen Endschleife am Ostfriedhof brachte. Auf dem Rückweg konnten wir vor der früheren Endstelle im Ortskern von Lechhausen aussteigen und den kurzen Weg zur alten Wagenhalle zu Fuß zurücklegen. Es ist schon einige Zeit her, dass hier die Planzüge über ein Gleisdreieck wendeten, und nur der Kundige sieht noch in einem schmalen Durchgang das Gleis liegen, das immer noch zur Wagenhalle führt. Dort stehen inzwischen die Schätze der Augsburger Straßenbahnfreunde, die nicht mehr fahren sollen oder können und warteten auf unseren Rundgang. Es waren aber auch Tische für uns gedeckt, und wir konnten uns für den Nachmittag mit Speis und Trank stärken. Danke der guten Vorbereitung der Augsburger! Doch schon wartete im Vorfeld der Museumsbus, der uns wieder zur Wagenhalle am Roten Tor brachte. Dort hatte jeder von uns die Wahl zwischen der Fahrt in einem KSW und einem GT8, die nun nacheinander durch die Maximilianstraße und am alten Betriebshof Senkelbach vorbei, wo früher mal die Museumsfahrzeuge untergebracht waren, über den Knotenpunkt Wertachbrücke nach Kriegshaber fuhren. Vor dem Beginn der Neubaustrecke an der denkmalgeschützten Wagenhalle konnten wir gut beide Sonderzüge und die entgegenkommenden Planzüge fotografieren, bevor es weiter am neuen Krankenhaus vorbei zur heutigen Endstelle Augsburg West mit ihren großen Park-and-Ride-Plätzen ging. Von hier aus ist eine Neubaustrecke in die Stadt hinein und unter dem Hauptbahnhof hindurch mit direktem Zugang zu jedem Bahnsteig in der Planung. Wir allerdings fuhren natürlich auf der alten Strecke zurück ein letztes Mal zum Roten Tor. Nach einer Erfrischung und geistigen Stärkung brachte uns unser Museumsbus auf direktem Weg der gesperrten Straßenbahnstrecke entlang über den Theodor-Heuss-Platz zum Hauptbahnhof, so dass wir den Tag bei einer geruhsamen IC-Fahrt nach Stuttgart ausklingen lassen konnten. Herzlichen Dank den Augsburger Freunden und vor allem unserem Mitglied Jürgen Steinbrecher, die uns ein so umfangreiches und perfekt geplantes Programm gestaltet hatten.

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Mittwoch, 09. August 2006 – Amstetten – Oppingen, Ulm, Härtsfeldbahn

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Wer schon in der Schweiz dabei war, hatte viereinhalb Tage Programm hinter sich. So war es angebracht, einen etwas erholsamen Tag einzulegen und relativ spät zu starten. Nur eine kleine Gruppe von 10 Teilnehmern musste schon um 8.32 Uhr abfahren, um in Amstetten die Fahrzeuge der schmalspurigen Bahn Amstetten – Oppingen (früher bis Laichingen) zu besichtigen. Obwohl eine Führung vereinbart gewesen war, hatte sich kein Begleiter eingefunden. Da die Fahrzeuge aber frei zugänglich im Bahnhofsgelände stehen, konnte die Gruppe auch ohne Betreuung einen Rundgang absolvieren. Die übrigen Teilnehmer brauchten erst um 10.02 abzufahren, sie wurden bei Ankunft in Ulm bereits von der Amstettener Gruppe und einem Oldtimerbus der Ulmer und Neu-Ulmer Nahverkehrsfreunde erwartet. Mit diesem Bus ging es sofort zum Depot am Westertor, wo ein weiterer Bus sowie die historischen Straßenbahnfahrzeuge besichtigt und selbstverständlich auch fotografiert werden konnten. Daran schloss sich ein Rundgang durch das Depot an sowie ein kurzer Besuch im Vereinsraum, wo Postkarten und Souvenirs erworben werden konnten. Darauf folgte eine Sonderfahrt mit dem zweiachsigen Tw 16 (ex Baden-Baden) und dem GT4 1 nach Söflingen und durch die Stadtmitte zur Endschleife Donauhalle. Hier war ein längerer Aufenthalt, während dessen ein Imbiss eingenommen werden konnte, selbstverständlich waren aber auch weitere Fotoaufnahmen möglich. Betreut wurden wir bei dieser Exkursion von Hans-Jürgen Kuntze, Martin Ebert und Detlef Lückert. Rechtzeitig wurden wir zum Hauptbahnhof zurückgebracht, um den Zug um 14.00 Uhr nach Heidenheim zu erreichen. Von dort brachte uns ein Sonderbus nach Neresheim. Nach kurzer Umschau im Bahnhofsbereich mit Erläuterungen durch Herrn Kuhn setzte sich der Dieseltriebwagen 33 mit dem Beiwagen 101 in Bewegung, um die zur Zeit noch relativ kurze Strecke bis zur Sägmühle mit Unterwegsfotohalten zu befahren. Eine erhebliche Verlängerung zum Härtsfeldsee in der Nähe der Burg Katzenstein und schließlich sogar bis Dischingen ist geplant. Nach Neresheim zurückgekehrt, konnte das Depot sowie das kleine Museum im Bahnhofsgebäude besichtigt werden. Kurze Zeit später brachte der Bus einen Teil der Teilnehmer auf einen in der Nähe liegenden Hügel, auf dem sich das Benediktinerkloster Neresheim mit einer berühmten Barockkirche befindet. Durch eine missverständliche Formulierung im Programm war der Eindruck entstanden, dass der Bus noch eine weitere Zufahrt zum Kloster ausführen würde, es war aber nur vorgesehen, die bereits an der Kirche befindlichen Teilnehmer wieder abzuholen. Eine zusätzliche Fahrt einzulegen gelang kurzfristig nicht. Eine kleine Gruppe ließ sich aber nicht entmutigen und stieg zu Fuß den Berg empor, hatte noch Zeit für eine kurze Besichtigung und war rechtzeitig zur Weiterfahrt wieder zur Stelle. Die Übrigen tranken Kaffee oder genossen Eis im Freigelände der Bahnhofswirtschaft, obwohl die Wirtin etwas ungehalten über die unangemeldete Gruppe war. Der Bus fuhr dann vom Bahnhof zum Kloster und anschließend weiter nach Aalen, von wo es mit dem Regionalexpress zurück nach Stuttgart ging.

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Donnerstag, 10. August 2006 – Trossinger Eisenbahn, Hohenzollerische Landesbahn, Ermstalbahn, Tälesbahn

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Am 10.08.1956 war in Traifelberg in der Nähe von Reutlingen der VDVA gegründet worden. Aus diesem Grund sollte am Jahrestag in die Gegend der Gründung gefahren werden. Das Restaurant, in dem die Gründungsversammlung getagt hatte, ist heute eine Schulungsstätte des Diakonischen Werkes und daher leider nicht mehr öffentlich zugänglich. Es sollte aber wenigstens in die nähere Umgebung des Gründungsorts gefahren werden.
Im Gegensatz zum Vortag ging es besonders früh, nämlich bereits um 8.18 Uhr los. Nach Umsteigen in Rottweil und Trosssingen Bahnhof erreichten wir um 10.09 Uhr Trossingen Stadt. Hier wurden wir bereits von Jost Keller und Stefan Ade erwartet, die uns das kleine, aber mit viel Liebe gestaltete Museum präsentierten. Auch eine Journalistin sowie ihr Fotograf waren anwesend, und wenige Tage später erschien ein Artikel über unseren Besuch in zwei regionalen Tageszeitungen. Bei der dichten Zugfolge gibt es nur wenige Zeitfenster, in denen ein Sonderzug denkbar ist. Durch die sparsame signaltechnische Ausstattung der Strecke sind vor und nach der Fahrt mit einem Museumsfahrzeug umfangreiche betriebliche Handlungen notwendig. So konnte zwar eine Sonderfahrt mit dem Triebwagen 3 nach Trossingen Bahnhof durchgeführt werden, aber für einen Unterwegsfotohalt war keine Zeit, und auch in Trossingen Bahnhof war nur ein kurzer Aufenthalt möglich. Wir waren aber dankbar, dass wir unter diesen Umständen überhaupt einen Sonderzug erhalten hatten. Nachdem wir nach Trossingen Stadt zurückgekehrt waren, konnte in Ruhe die Besichtigung des Museums fortgesetzt werden, außerdem wurden die übrigen Fahrzeuge auf den Nebengleisen ganz nach Wunsch der Fotografen hin- und herrangiert.
Um 11.58 Uhr ging es mit Planzügen über Trossingen Bahnhof und Villingen nach Donaueschingen, wo eigentlich ausreichend Zeit für eine Mittagspause bestand. Den früher vorhandenen Kiosk, den Walter Vögele in Erinnerung gehabt hatte, gab es aber nicht mehr, nur noch die Bahnhofswirtschaft. Inzwischen hatte es angefangen, heftig zu regnen, so dass fast alle Teilnehmer fluchtartig in die Bahnhofswirtschaft strömten. Da nur die Wirtin alleine anwesend war, war es zweifelhaft, ob alle etwas zu essen bekommen würden. Die meisten einigten sich auf Gulaschsuppe, halfen zum Teil der Wirtin beim Servieren und sammelten auch schon vorab für jeden Tisch den zu zahlenden Betrag ein. So gelang es tatsächlich, dass bis zur Abfahrt unseres Zuges alle gesättigt waren und ihre Zeche bezahlt hatten. Einige Mutige hatten trotz des Regens eine in der Nähe liegende Bäckerei aufgesucht und sich dort mit Proviant versorgt.
Um 13.19 Uhr fuhren wir mit dem Regionalexpress nach Sigmaringen, wo uns unser Mitglied Eckehart Alt empfing, der bis vor einiger Zeit bei der Hohenzollerischen Landesbahn beschäftigt war, heute jedoch pensioniert ist. Und da kam auch schon, angehängt an den Planzug mit einem modernen Fahrzeug, der MAN-Triebwagen 5 für unseren Sonderzug an. Herrn Alt war es gelungen, für uns einen MAN-Triebwagen bereitstellen zu lassen, obwohl es zwischenzeitlich schien, als ob das nicht möglich wäre, da die meisten inzwischen verkauft sind. Um 14.40 startete unser Sonderzug mit Herrn Mutz als Fahrer, in Veringenstadt hatten wir Kreuzung mit dem nächsten Planzug von Hechingen nach Sigmaringen, was selbstverständlich zu einem ausgiebigen Fotohalt genutzt wurde. Über Herbertingen gelangten wir nach Kleinengstingen, wo im Hintergrund Traifelberg, der Gründungsort des VDVA, zu sehen war, und weiter bis nach Münsingen. Auch auf diesem Streckenabschnitt fanden noch einige Fotohalte statt. Von Münsingen aus ging es um 16.57 mit einem Linienbus der Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) nach Bad Urach. Von Bad Urach kamen wir mit einem modernen Triebzug der Ermstalbahn nach Metzingen, von wo die meisten Teilnehmer nach Stuttgart zurückkehrten. Einige stiegen in Nürtingen aus und machten noch eine Stichfahrt mit der Tälesbahn nach Neuffen, eigentlich nur zum Kennenlernen der Strecke, denn der Fahrplan ist so eng, dass kaum Zeit für ein Bild des Triebwagens vor dem Endbahnhof blieb. Auch war die Dämmerung schon hereingebrochen, so dass es mit dem Pendeltriebwagen sofort wieder zurück nach Nürtingen und dann nach Stuttgart ging.

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Freitag, 11. August 2006 – Obus Esslingen und Bergbahnen in Stuttgart

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Unser Wunschziel, der Gleisbauhof in Stuttgart-Wangen, blieb uns leider wegen der Ferienzeit verschlossen. Nur wer zufällig auf eigene Faust dort vorbeikam, sah abenteuerliche Gleiskonstruktionen im Dreischienengleis mit Wechsel der gemeinsamen Schiene von links nach rechts am Gleisdreieck, das dorthin führt. Die Arbeitswagen allerdings blieben im Verborgenen. Die zugesagte Besichtigung der Hauptwerkstatt wäre nur ein schwacher Ersatz hierfür gewesen.
Stattdessen wurde der ursprünglich wegen einer Absage aus Esslingen schon aufgegebene Plan wieder aufgenommen und der Vormittag für eine Exkursion zum dortigen Obusbetrieb verwendet. Tatsächlich fuhren unter der Fahrleitung nur Dieselbusse, und am Esslinger Hauptbahnhof werkelten Leute mit einem Turmgerätewagen an der Oberleitung. Trotzdem wurden wir im Betriebshof Bismarckstraße herzlich willkommen geheißen und konnten uns in der Wagenhalle nach Belieben umsehen. Schließlich stand gerade ein Gelenkbus günstig vor der Halle im Licht, und zu unserer großen Freude wurden wir zu einer Probefahrt wenigstens zur Endstation Lerchenäcker und zurück zur Halle eingeladen. Auch hier herzlichen Dank für diese Überraschung! Die kleine Gruppe zerstreute sich nun rasch. Jeder hatte einen anderen Rückweg nach Stuttgart im Sinn, entweder den Zollberg hinauf und über die Filder auf den Spuren der alten END, der Esslingen-Nellingen-Denkendorfer Straßenbahn, oder direkt nach Untertürkheim zur Stuttgarter normalspurigen Stadtbahn, die bei dieser Tagung individuell erforscht werden musste.
So traf sich erst am Nachmittag wieder jeweils eine Gruppe bei einer der beiden Bergbahnen Stuttgarts ein. Deren eine, eine Standseilbahn, führt von Heslach seit den zwanziger Jahren hinauf zum Waldfriedhof, der damals mit den kleinen Bussen auf Serpentinenstraßen nur schwer zugänglich war. Sie war einige Zeit stillgelegt, um auf den neuesten technischen Stand gebracht zu werden, obwohl sie vom Verkehrsaufkommen her nicht mehr unbedingt nötig gewesen wäre. Voller Stolz zeigte uns der Betriebsleiter, Herr Otto, dass es trotzdem gelungen ist, dass äußerlich an den Holzwagenkästen keine Veränderungen zu sehen sind und auch die alte Antriebsanlage erhalten wurde, die sogar durch ein Fenster im Fußboden nun sichtbar gemacht wurde, und hinten eine nagelneue Anlage sie abgelöst hat.
Die andere Bahn ist die berühmte „Zacke“, die Stuttgarter Zahnradbahn vom Marienplatz hinauf nach Degerloch. Auch hier wurden wir vom Betriebsleiter der Werkstätten, Herrn Moser, persönlich geführt und konnten uns von der Abzweigweiche zum Depot, am hochgebockten Triebwagen, in der eigens für diese drei Triebwagen unterhaltenen Werkstätte und in der denkmalgeschützten Eingangshalle des ursprünglichen Talbahnhofs, die abends für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann und nachts trotzdem die beiden Plan-Triebwagen beherbergt, alles Interessante erklären lassen.
Die Zeit reichte leicht für einen Wechsel der beiden Gruppen und weitere eigene Fahrten auf der Stadtbahn, bevor im Tagungshotel nach einem guten gemeinsamen Abendessen die Mitgliederversammlung stattfand.

Tagung 2006

Samstag, 12. August – Jubiläumsprogramm

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50 Jahre VDVA – das sollte besonders schön gefeiert werden. So trafen wir uns bereits um 10 Uhr im Straßenbahner-Waldheim Waldau, einer repräsentativen Veranstaltungshalle in der Nähe des Fernsehturms zwischen Sportfeldern und einem Erholungswald, zu einem „kleinen Empfang“ mit einem zweiten Frühstück. Und damit die Bahn nicht zu kurz kommt, konnten wir auf der Jugendbahn „Rumpelstilzchen“, die alten Stuttgarter Straßenbahn-Zweiachsern nachempfunden ist und trotzdem mit Drehstrom unter einer zweipoligen Oberleitung fährt, auf einem Rundkurs durch das Waldgelände einige Runden drehen.
Ein Daimler-Benz-Oldtimer-Gelenkbus brachte uns von dort quer durch die Stadt auf den gegenüberliegenden Killesberg. Die Strecke der dortigen 15 Fuß-Parkbahn ist viel länger als die der Jugendbahn. Dafür wird sie im Normalfall mit einer von zwei Dieselloks betrieben, die wir bereits bei der Ankunft unten an uns vorbeiziehen sahen. Deswegen war ein Fußmarsch entlang der Strecke notwendig, um die Werkstätte aufsuchen zu können. Dort standen dann auch, leider kalt, die beiden Dampflokomotiven, die 1950 einer kleinen Bauserie von Krauss-Maffei aus den zwanziger Jahren nachgebaut worden waren, das „Springerle“ und der „Tazzelwurm“. Wieder wurden viele Fragen beantwortet, bis zum Rückweg aufgefordert wurde. Bei beginnendem Regen erreichten wir die schützenden Dächer des Zuges und konnten mit ihm eine Runde drehen. Dann hatte auch der Regen wieder aufgehört. Der Oldtimerbus brachte uns schließlich zur Jubiläumsfeier im Straßenbahn-Museum in Zuffenhausen.
Die Museumsfahrzeuge unter der Holzfachwerkdecke boten einen stilvollen Rahmen für unsere Gesellschaft. Die Stuttgarter Straßenbahnfreunde hatten zunächst Kaffee und Kuchen zur ersten Stärkung aufgetischt. Dann konnte man in Ruhe durch die Reihen der Museumsfahrzeuge gehen und die Ausstellung mit Bildern vergangener Tagungen studieren, die Rolf Hafke, Walter Vögele und René Felgentreu noch in der vergangenen Nacht aufgehängt hatten.
Eine Jubiläumsfeier braucht Gedenkreden. Unser Vorsitzender, Rolf Hafke, hieß alle Gäste, vor allem auch die, die gerade erst zur Festversammlung gekommen waren, willkommen. Für den Stuttgarter Verkehrsbetrieb sprach der Werkstättenleiter, Herr Moser, Begrüßungsworte. Und unser Ehrenvorsitzender, Walter Vögele, der fast von Anfang an dem Verein angehört, schilderte dann mit launigen Worten einige seiner Erlebnisse in dieser langen Zeit. Vor allem aber waren zwei Gäste gekommen, die die Wertschätzung des VDVA bei den besuchten Betrieben bezeugen. Der eine war Dr.-Ing. Dieter Ludwig, der gerade in den Ruhestand getretene Leiter der Verkehrsbetriebe und des Verkehrsverbunds Karlsruhe, der uns bereits am Montag bei der Sonderfahrt durch das gesamte Karlsruher Verbundnetz kommentierend begleitet hatte und der uns nun Mut und Anerkennung zusprach, Mut dafür, sich weiterhin bei den Verkehrsbetrieben trotz stärker werdender Widrigkeiten umzusehen, und Anerkennung für die Fachkenntnis, die sich bei diesen Besuchen immer wieder zeige und oft die Fachkenntnis der Fachleute überträfe. Er selber habe immer wieder die Gelegenheit benützt, bei VDVA-Tagungen mit Freude teilzunehmen. Nur der Name „Verkehrsamateure“ stelle das Licht der Mitglieder etwas unter den Scheffel und könnte zu Missdeutungen beitragen.
Der andere Gast, der ausdrücklich zum Jubiläum die Anreise auf sich genommen hatte, war der Leiter der Salzburger Verkehrsbetriebe, Dir. Gunter Mackinger, der sich als Chef nicht nur von schienengebundenen Verkehrsmitteln oder Bussen, sondern inzwischen auch als Leiter einer Bergbahn und einer Seeflotte vorstellen konnte. Er sprach zu uns im selben Sinn wie Dr. Ludwig und mit Begeisterung von seinem Betrieb, zu dem wir, wenn uns der Weg nach Salzburg führt, zu einer großen Besichtigungstour eingeladen sind. Als auch Dr. Ludwig darauf hinwies, dass unsere Tour mit seinem Triebwagen durch das badische Land uns keine Kosten verursachte, versprach uns auch Herr Moser, dass uns in Stuttgart keine Kosten berechnet würden. Begeisterter Beifall war der Dank für alle drei Herren.
Zum Jubiläum wurde vom VDVA ein neues Buch über Straßenbahnen der fünfziger Jahre, zusammengestellt von Axel Reuther, herausgebracht. Die am Abend zur Verfügung stehenden Exemplare waren bald ausverkauft.
In einem dunkleren Nebenraum konnte Diethard Cujé Straßenbahnbetriebe, die in den fünfziger Jahren noch bestanden, anhand von Dias aus der VDVA-Sammlung vorstellen. An anderer Stelle konnten auf Video überspielte Schmalfilme von weit zurück liegenden VDVA-Tagungen angesehen werden.
Den Abschluss bildete ein „Rustikales Grillbuffet“, wo sich jeder aus den von den Stuttgarter Straßenbahnfreunden vorbereiteten leckeren Gerichten ein Menu nach seinem Geschmack zusammenstellen konnte.

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Sonntag, 13. August 2006 – Jubiläums-Rundfahrt auf Meterspur
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Der zukünftige Standort des Stuttgarter Straßenbahnmuseums wird das Bad Cannstatter Depot sein, wo jetzt schon betriebsfähige Museumsfahrzeuge stehen. Dort gibt es auch eine Rundstrecke aus dem Depot heraus um einen Häuserblock und auf öffentlicher Straße zum Depot zurück. Diese lässt sich ausgezeichnet für einen Straßenbahn-Corso verwenden. Genau der wurde Frühaufstehern geboten, denen die an diesem Tag nicht planmäßig eingesetzten Oldtimer und Sonderfahrzeuge vorgeführt wurden.
Alle anderen trafen sich im Untergeschoss der Haltestelle Hauptbahnhof, wo es noch einen Sonderbahnsteig für den Betrieb mit den Schmalspurfahrzeugen der Stuttgarter Straßenbahn gibt und weiterhin auch nach Einstellung der Linie 15 geben wird. Auch diese Teilnehmer konnten auf der folgenden Sonderfahrt mit dem Zweiachser-Zug 851+1390 und dem Gelenktriebwagen 917 das künftige Museumsdepot Bad Cannstatt, allerdings ohne Fotohalte, erleben. Die direkte Verbindung an den Mineralbädern Richtung Zuffenhausen ist bereits ausgebaut. Auf dem Weg zur heutigen Endstation Stammheim, die nur noch bis Ende 2007 angefahren wird, konnten auch die letzten Langschläfer am Tagungshotel zusteigen. Das obligatorische Tagungsfoto entstand dann an dieser Endstation. Und bei strahlender Sonne fuhren wir nun den Weg der letzten Stuttgarter Straßenbahnlinie 15 von der einen bis zur anderen Endstation ab. Nur das Stück durch die Nordbahnhofstraße war gerade erst stillgelegt worden, so dass jetzt auch die Planzüge der Linie 15 die Stadtbahn-Haltestellen auf der Heilbronner Straße ohne Halt durchfahren.
Der Rückweg führte beide Züge nur noch bis zur Schleife Kelterplatz, und dann kam das Abschlussbonbon: Wer noch nicht genug hatte vom Straßenbahnfahren und genügend Zeit zur Verfügung, der wurde vom Schmalspur-Triebwagen 917 entführt zu einer nur noch selten gebotenen Fahrt zunächst zurück zum Hauptbahnhof, dann aber ab Charlottenplatz die Weinsteige hinauf durch die Weinsteigetunnel, wo die Bahnsteigkanten fast in Fensterhöhe vorbeigleiten und man aus dem Tunnelfenster immer noch einen herrlichen Ausblick auf die im Tal liegende Stadt hat, und über Degerloch bis zur Hauptwerkstätte Möhringen. Dort drehte der Triebwagen eine (für ortsunkundige Fahrer durch eine weiße Linie gekennzeichnete) Schleife um die Betriebsgebäude, gestattete bei Nieselregen ein letztes Bild am selten erreichten Ort und führte uns in gebotener Eile zum Hauptbahnhof und zum Abschied von dieser denkwürdigen Tagung.

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Hier noch einige weitere Ansichten aus Stuttgart:

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alle Fotos: Ingo Teschke


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