Samstag,
23. August - Lüttich (Liège)
Am Samstag trafen sich bereits auf dem Kölner Hauptbahnhof die
meisten der knapp 50 Tagungsteilnehmer, um mit einer gemeinsamen Fahrt
mit dem Hochgeschwindigkeitszug Thalys die Tagungswoche fachgerecht zu
beginnen. Die Reise führte zunächst nach
Lüttich
(Liège) in Belgien, wo uns am Bahnhof ein Oldtimerbus,
Baujahr
1952 von Nivelles-Leyland, abholte und zum ersten der zahlreichen
Nahverkehrsmuseen unserer beiden Nachbarländer, dem
"Musée
des Transports en Commun du Pays de Liège" brachte. In einem
ehemaligen Straßenbahndepot sind dort viele
Straßenbahnwagen des Lütticher Netzes und der
Umgebung von
der Dampfbahnzeit bis zur Stilllegung mit viel Platz zum Fotografieren
ausgestellt. Den besonderen Reiz für uns boten die ehemaligen
Aachener Wagen, die in diesem Museum einen Platz gefunden haben und
auch von Aachener Straßenbahnfreunden betreut werden. Eine
Stadtrundfahrt mit unserem Sonderbus führte uns dann auf alten
Tramrouten durch die Innenstadt und auf den die Stadt
überragenden
Festungsberg, bis wir, diesmal mit Regionalzügen, unser erstes
Standquartier in Rotterdam in den Niederlanden erreichten.
Sonntag, 24. August - Antwerpen
Wir starteten sehr früh zur Fahrt nach Antwerpen in den Vorort
Berchem, von dessen Bahnhof ein längerer Fußmarsch
zum
"Vlaams Tram- en Autobusmuseum", wieder einem sehr großen,
aufgelassenen Depot, notwendig war. Sehr freundlich wurden wir vom
technischen Leiter des Verkehrsbetriebs begrüßt und
durch
die umfangreiche Sammlung geführt. Auch hier sind die vielen
Wagen
gut zu fotografieren. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in einem
benachbarten Restaurant wurde uns mit dem PCC-Triebwagen 2000 (ehemals
7000) zunächst die historische Innenstadt bis zum "Kon. Museum
voor Schone Kunsten" gezeigt. Nach zahlreichen Fotohalten vor den
prächtigen Häusern der Stadt fuhren wir über
die
verwinkelte und teilweise eingleisige Strecke der Linie 12 (wegen einer
Baustelle momentan mit Kletterweichen) in den Norden. Dort entstand in
einer riesigen, von General Motors (Opel) aufgegebenen,
Produktionshalle der moderne Betriebshof Noorderlaan. Nach einer
fachkundigen deutschsprachigen Führung brachte uns ein
moderner
Siemens-Niederflurwagen, in Lizenz gebaut von DWA in Bautzen, auf die
Neubaustrecke nach Keizerhoek. Abschliessend konnten wir mit dem
PCC-Wagen auch noch die Tunnelstrecken kennen lernen. Nach dem Ausstieg
am Hauptbahnhof blieb dort noch genügend Zeit, den dichten
Verkehr
auf dem Bahnhofsvorplatz zu beobachten und die große Baugrube
der
unterirdischen Bahnsteige der künftigen Schnellfahrstrecke zu
sehen, die aus dem bereits weitgehend entkernten und nun sehr modern
eingerichteten Kopfbahnhof einen mehrstöckigen
Durchgangsbahnhof
machen.
Montag, 25. August - Rotterdam
Zu Beginn der Haupttagung, holte uns unser Sonderzug, bestehend aus dem
Vierachser 523 mit Beiwagen 1001 von 1931, in einer nicht mehr
betriebsmäßig befahrenen Schleife direkt an unserem
Hotel ab
und fuhr mit uns auf einer langen Fahrt über die
äußeren Tangentialstrecken (im Uhrzeigersinn) rund
um die
Stadt, bis wir den Rest des ehemaligen Depots Delfshaven der Tramway
Stichting erreichten Dort sind auf engstem Raum einige historische
Fahrzeuge der RET aufgestellt. Wieder wurden wir freundlich empfangen
und erhielten eine ausführliche Erklärung der
Museumswagen.
Dann ging es über die beiden Betriebsstrecken im Westen der
Innenstadt zu einem historischen Ereignis, das zufällig gerade
an
diesem Tag stattfand und das wir natürlich nicht auslassen
konnten: Am Rathaus der Stadt am Hofplein wurde in einer festlichen
Veranstaltung die Jungfernfahrt des ersten Citadis gefeiert, der aus
Nebelwolken kommend durch einen Konfettiregen hindurch symbolisch die
Stadtmauer durchstieß. Dann blieb genügend Zeit, sich zu stärken, auf eigene
Faust
mit der Straßenbahn Außenstrecken abzufahren oder
gleich
zum Betriebshof Hillegersberg zu fahren, wo Museumswagen abgestellt
sind und die Nachmittagstour starten sollte. Diese führte uns
dann
mit dem Duewag-Vierachser 368 von 1965 über die neue
Erasmusbrücke, die die eine Zeitlang getrennten
Straßenbahnteilnetze wieder miteinander verbindet, in den
südlich der Maas gelegenen Teil der Stadt. Natürlich
reizte
es uns, möglichst alle der verkehrenden Citadis-Wagen an ihrem
ersten Betriebstag an der Erasmusbrücke, auf der
Außenstrecke der Linie 20 und in der Endschleife Beverwaard
zu
dokumentieren, bis wir auf der Rückfahrt einen Abstecher zum
Betriebshof Hilledijk machten, in dem die ehemaligen Wiener
Züge
in langer Reihe aufgestellt sind. Die Fahrt aus dem Depot
führte
uns noch über die nicht mehr planmäßig
befahrene
Straßenbahnschleife am U-Bahnhof Maashaven und ließ
uns
dann noch genügend Zeit, bei sonnigem Wetter das
übrige
Straßenbahnnetz zu erkunden.
Dienstag, 26. August - Den Haag
Heute besuchten wir von Rotterdam aus das große Netz der
Regierungsstadt Den Haag. Nach der Ankunft im Bahnhof "Hollandse Spoor"
warteten wir auf dem seit der vorhergehenden Tagung vollkommen neu
gebauten Bahnhofsvorplatz. Nach kurzer Zeit kamen jedoch die beiden
PCC-Wagen 1022 und 1120 statt des bestellten Sonderzuges (Vierachser
215 und Bw 780), die uns auf der neuen Verbindungsstrecke unter dem
westlichen Bahnhofskopf hindurch auf die historische Route nach Delft
brachten. Zuerst sah es so aus, als ob wir nonstop in schneller Fahrt
die Strecke „abfahren“ sollten . Erst nach
energischer
Intervention unseres Vorstands Rolf Hafke stellte sich heraus, dass
seitens des Betriebes (trotz Bestellung) keine Fotohalte geplant waren.
Sie wurden dann doch möglich, wenn auch nur an offiziellen
Haltestellen. Natürlich liefen sie, von uns schon oft
geübt,
ohne Gefährdung von uns und dem übrigen Verkehr ab.
Nur das
bekannte Fotomotiv, der Straßenbahnzug vor der
Windmühle in
Delft, blieb uns hinter der prächtigen Laubfülle des
inzwischen mächtig gewachsenen Baums großenteils
verborgen.
Auf der Rückfahrt konnten wir die neu gebaute Strecke der
Linie 15
befahren, die über noch recht leere Gebiete am Rand der
Neubausiedlungen führt. Das kundige Auge des
Straßenbahnarchäologen konnte hier
Streckenabzweigungen
entdecken, diesmal aber nicht von stillgelegten Strecken, sondern die
bereits für die geplante Strecke von Voorburg nach Delft
eingebauten Weichen! Leider geriet das Programm mächtig
durcheinander, so dass die Mittagspause wirklich zu kurz war, wenn man
sich die Ausstellung im Museumsdepot Frans Halsstraat über die
Geschichte der Straßenbahn in Den Haag aufmerksam anschauen
wollte. Draußen auf dem Hof wartete aber unser Sonderzug, Tw
265
mit offenem Beiwagen 505, um uns über die
Dampfstraßenbahnstrecke nach Scheveningen Haven zu bringen.
Blauer Himmel über dem Meer im Hintergrund, vom
erhöhten
Standpunkt über der mit zwei Zügen besetzten
Endschleife aus
gesehen, belohnte die Fotografen. Zurück in der Innenstadt
waren
viele Fotos bei einem Stopp an der mehrgleisigen Haltestelle unter der
Centraalstation möglich, und schließlich ging es an
Madurodam vorbei nochmals nach Norden nach Scheveningen, diesmal aber
zum Noorderstrand mit seiner vielgleisigen Endschleifenanlage. Nach
einer notwendigen Verschnaufpause und Besuch einer naheliegenden
Eisdiele durch einen großen Teil der Gruppe trafen wir uns
dann
in dem hinter hohen Häuserblöcken versteckten
Betriebshof
Scheveningen. Hier wartete der ex Haarlemer Stadtbahnzug A 327 + B 303
auf uns. Mit ihm fuhren wir zunächst nochmals zur Endschleife
Haven, um auch ihn vor dem Meer und dann aber auch zusammen mit ex
Hannoveraner Wagen der Reihe 6000 fotografieren zu können.
Schließlich brachte er uns zurück zum Bahnhof HS,
leider
aber nicht weiter bis zur Centraalstation, von wo wir mit einem
Linienbus hätten weiterfahren wollen. Die Zeit war zu knapp,
und
so waren wir glücklich, einen orts- und sprachkundigen
Begleiter
an diesem Tag zu haben. Der machte einen Schnellbus einer anderen Linie
ausfindig, der unterwegs ganz planmäßig den bereits
abgefahrenen Bus der Linie 43 wieder einholte. So etwas lässt
sich
kaum vorher und aus der Ferne organisieren. Danke schön!
Dienstag, 26. August - Valkenburgsche Meerbahn
Der Linienbus brachte uns in gemütlicher Fahrt zur
Valkenburgschen
Meerbahn, einer 700 mm-Feldbahn an einem Badesee kurz vor Leiden. Die
Diesellok 24 vor den offenen Beiwagen 46 und 45 wartete schon auf uns,
um uns mit einigen Fotohalten bis zur Endstelle an der anderen Seeseite
zu bringen, wo sie umspannte und wieder mit uns zurückfuhr,
aber
nicht nur bis zur Einstiegstelle, sondern ein Stück
kurvenreiches
Gleis weiter durch ein vorher mit massiven Ketten verschlossenes
Eisentor zu den Depotschätzen des Betreibers. Zwei
große
Hallen mit acht Gleisen sind vollgestellt mit Fahrzeugen, die teils
schon aufgearbeitet sind oder erst noch aufgearbeitet werden
müssen. Voller Stolz wurden uns einige der Wagen, darunter
auch
ein Postwagen auf Feldbahngleisen, vor die Halle gezogen (auf
"allgemeinen" Wunsch eines einzelnen Mitglieds!). Es machte dem
Besitzer sichtlich Spaß, ein fachkundiges Publikum bei sich
zu
Gast zu haben. Die Rückfahrt mit Bus und Bahn über
Leiden
nach Rotterdam beendete einen ereignisreichen Tag.
Mittwoch, 27. August - Ouddorp
Der Vormittag gehörte der Rotterdamer U-Bahn. Nach einer
gemeinsamen Anfahrt mit Straßenbahn und U-Bahn war
zunächst
ein längerer Fußmarsch nötig, um den
abgelegenen
Eingang zur Metro-Werkstatt zu erreichen. Wieder erhielten wir eine
fachkundige Einführung und dann eine lange Führung
durch die
Werkstatthallen und die anschließende Abstellanlage. Und
obwohl
zunächst nicht vorgesehen, wurden wir eingeladen, mit einem
bereitstehenden Zug bei offenen Fahrerstandtüren
zurück zur
Haltestelle Kralingse Zoom und von da nach Osten zur Abzweigstation
Capelsebrug mitzufahren. Dort wechselt am Ostkopf bei den Ein- und
Ausfahrten der U-Bahnzüge die Stromabnahme von der Fahrleitung
auf
die Stromschiene oder umgekehrt. Am Nachmittag war eine Besichtigung
der Museumsbahn in Ouddorp geplant. Um zur Abfahrtsstation des Busses
zu gelangen, konnte man beide U-Bahnlinien Richtung Westen
benützen, die vor der futuristischen Station "Tussenwater" mit
guter Fotografiermöglichkeit zusammentreffen und auf derselben
Strecke bis zur Endstation De Akkers fahren. Der Bus brachte uns dann
in die Dünen zur "Stichting v/h Rotterdamsche Tramweg
Maatschapij"
südwestlich von Ouddorp, die die Erinnerung an die
Dampfstraßenbahnen von Rotterdam in die
südwestlichen
Nachbarorte aufrecht erhält. Sie wurde an der jetzigen Stelle
vollkommen neu gebaut und fährt der westlichen
Küstenstraße entlang. Am südlichen Ende
wird im
dreigleisigen Bahnhof Port Zelande umgespannt, am nördlichen,
De
Punt, besteht seit diesem Jahr eine etwa einen Kilometer
große
Kehrschleife. Nach Mitfahrt mit dem "Werkstattzug" konnten wir
zunächst an einer Fahrt mit einem Dampfzug teilnehmen. Nach
der
Besichtigung der interessanten Ausstellung zur Geschichte der
Kleinbahnen und der umfangreichen Fahrzeugsammlung fuhren wir dann mit
dem Dieseltriebzug "Sperber" nochmals auf die Strecke. Dieser hat eine
bewegte Geschichte hinter sich, denn er wurde für die
Ravensburger
Straßenbahn gebaut, kam dann ein erstes Mal nach Rotterdam
und
wurde an die Zillertalbahn verkauft, die ihn schließlich
wieder
nach Rotterdam zurückgab. So kamen wir in den Genuss, drei
unterschiedliche Zugarten mit mehreren Fotohalten in "Dünen"
und
am "Meer" nutzen zu können.
Donnerstag, 28. August - Arnhem
Am Donnerstag war für viele Teilnehmer der Aufenthalt in
Rotterdam
beendet, denn die weitere Tagung fand weiter nördlich in der
Amsterdamer Gegend statt. Die Fahrt dorthin wurde natürlich
benützt, um alles für uns Interessante unterwegs zu
besichtigen. So ging die Fahrt zunächst nach Haarlem, dem
Endpunkt
einer inzwischen berühmten früheren
Überlandstraßenbahn von Amsterdam her und Ort einer
eigenen
städtischen, ebenfalls vergangenen Straßenbahn. In
der Stadt
wurden wir vom Fahrer bereits auf die alten Streckenführungen
hingewiesen und konnten dann auch die Rosetten an den
Hauswänden
finden. Eine Ecke im heutigen Omnibusbetriebshof ist als
Straßenbahnmuseum eingerichtet. Wir wurden mit einem Imbiss
willkommen geheißen, konnten uns an den
Ausstellungsstücken
und einer Videovorführung erfreuen und die eigene Bibliothek
mit
Büchern ergänzen. Nach einer schnell vergangenen
Stunde ging
es weiter durch das Haarlemmermeer. Unterwegs kreuzten wir eine
Omnibusstrecke mit durchgehend eigenem Fahrbahnkörper
für
ungestörten Betrieb. Natürlich musste auch ein
solcher
„Omnibuszug“ auf die Filmplatte gebannt werden. An
unserem
Zwischenziel Alphen pendelten wir einmal mit den neuen
A32-Niederflurwagen, mit denen die Strecke von der HTM für die
NS
stadtbahnmäßig betrieben wird, über Boskoop
nach Gouda
und zurück. Nachdem das Fahrpersonal mit "Souvenirs" bestochen
worden war, bestand dann doch die Möglichkeit, die
Zugkreuzungen
in Boskoop mit beiden Zügen zu fotografieren. Auf dem langen
Weg
nach Arnheim wollten wir dann einen Zwischenstopp in Houten einlegen,
wo zwei ex-Hannoveraner 6000er ein Neubaugebiet mit dem Bahnhof Houten
verbinden, bis nach dem Ausbau der Eisenbahnstrecke ein eigener
Haltepunkt eingerichtet werden kann. Doch leider war gerade an diesem
Tag wegen Bauarbeiten Betriebsruhe, und auch auf dem
eingezäunten
Abstellplatz war keine Spur von einem der Triebwagen zu entdecken. In
Arnheim angekommen, lockte zweierlei: Ein historischer Obus fuhr mit
uns vom Depot durch die Innenstadt längs früherer
Straßenbahnstrecken zum "Openluchtmuseum", einem
großen
Freiluftmuseum mit aus den Niederlanden zusammengeholten historischen
Häusern und vor allem einer Ringstraßenbahnlinie.
Von der
langen Busfahrt konnten wir uns zunächst bei Kaffee und Kuchen
erholen und dann mit drei Museumswagen mehrere Runden mit ausgesuchten
Fotohalten drehen, bevor wir durch das Museumsdepot geführt
wurden. Zum Einsatz gelangte natürlich auch der "Nachbau"
eines
Arnheimer Straßenbahnwagens, jetzt auf Regelspurgleisen.
Schließlich wurden uns im letzten Fotografierlicht ganz nach
unseren Wünschen alle Züge vor die Halle gefahren.
Auch
unsere Gastgeber, alles ehrenamtliche MitarbeiterInnen, schienen diesen
Tag sehr genossen zu haben. In die Abenddämmerung hinein fuhr
uns
unser Bus zum Hotel nach Amsterdam in unmittelbarer Nähe der
Amstelstation.
Freitag, 29. August - Amsterdam
Dort war auch am nächsten Tag der Start unserer Fahrt zur
Metro-Werkstatt und der anschließenden
Straßenbahnwerkstatt
an der Metrostation Verrijn Stuartweg. Wieder erhielten wir wie
überall eine fachkundige Führung durch die Hallen, so
dass
der Vormittag rasch verging und der Regen, der draußen
inzwischen
eingesetzt hatte, nicht weiter störte. Am Nachmittag hatte
sich
der Himmel wieder beruhigt, und wir konnten ohne aufgespannten
Regenschirm an der Centraalstation auf das Eintreffen unseres
Sonderzuges warten. Schließlich bog Tw 1 mit Bw 946 um die
Ecke,
nahm uns auf und fuhr uns mit mehreren Fotohalten in die
südliche
Vorstadt über die Amstelstation zum Betriebshof Lexstraat, in
dem
wir nach Belieben fotografieren konnten. Von da ging es weiter zum
inzwischen geschlossenen Betriebshof Tollenstraat. Die Hoffnung, ihn
genauso wie Lexstraat und später Havenstraat besichtigen zu
können, wurde leider enttäuscht. Obwohl unsere Gruppe
sich
schon oft in schwierigem Gelände bewährt und
nirgendwo zu
Kritik Anlass gegeben hatte, wurde hier die räumliche Enge als
Begründung genommen, uns den Besuch zu verwehren. Der
"Höhepunkt" war, dass der Verein den (doch recht
großen)
Rechnungsbetrag nun in BAR von uns haben wollte, obwohl eine Rechnung
mit Überweisung abgesprochen war. So ließ man uns
über
30 Minuten warten – weiter ging es, nachdem wir einen Scheck
ausgestellt hatten! (So etwas ist uns in den letzten Jahren nirgendwo
passiert, begründet hat dies der Vorsitzende des Vereins AOM
damit, dass "... mit Deutschen schon mehrfach Probleme bestanden
haben..."! - Anmerkung: Dieses Verhalten wirft ein extrem schlechtes
Licht auf den AOM, den eigentlichen "Museumsverein" der
städtischen Verkehrsbetriebe GVB. Das alles nach weiteren
Querelen
in Amsterdam, dem "Nicht-Räumen" des Geländes
Tollenstraat
mit gerichtlicher Auseinandersetzung und dadurch von der Stadt und vom
Betrieb erzwungener Kooperation der Vereine und Überstellung
mehrerer Museumswagen auf die Museumslinie!). Der Anschlusszug mit
3x-Tw 891 (früher 491) und Bw 968 fuhr mit uns
zunächst zum
westlichen Betriebshof Havenstraat mit vielen
Fotografiermöglichkeiten in dem weitläufigen
Gelände,
dann zur Endschleife der 17 in Osdorp und zur neuen Endstation der
Linie 1, De Akker. Als kleiner Trost wurden wir auf der
Rückfahrt
noch bis zu unserem Hotel an der Amstelstation gebracht, wo dann am
Abend pünktlich die Mitgliederversammlung beginnen konnte.
Samstag, 30. August - Utrecht
Am Samstag erwartete uns nach einem vorverlegten Start und einer
Eisenbahnfahrt in Utrecht am Bahnhof einer der neuen, für uns
noch
ungewohnten Doppelgelenkbusse und brachte uns zum Busbetriebshof.
Wieder wurden wir mit einem Kaffee begrüßt und uns
der
Betriebshof vorgestellt. Glanzpunkt für Fotografen war das
Nebeneinander des neuesten Busses und eines Oldtimers, die für
uns
nach unseren Wünschen in die Sonne gedreht wurden. Die
anschließende Sonderfahrt führte wieder
über eigene
Bustrassen in das Krankenhausviertel und zurück. Die Utrechter
Schnellbahn, deren Triebwagen nach einem Umbau nicht mehr so kantig wie
früher aussehen, konnten wir auf eigene Faust abfahren und die
seit dem letzten Besuch neu gebauten Verlängerungen nach
Ijsselstein Zuid und Achterveld kennen lernen. Einige Teilnehmer
nutzten die Pause auch dazu, den zwei Tage zuvor ausgefallenen Besuch
bei der Pendellinie in Houten nachzuholen. Auf der Rückfahrt
mit
dem Bus gerieten wir in einen Autobahnstau, der unseren Fahrer dazu
veranlasste, sich einen anderen Weg auf einer parallelen Autobahn zu
suchen. Allerdings war die Verspätung so groß
geworden, dass
unser Sonderzug von Medemblik ohne uns abfahren musste und uns erst auf
dem Unterwegsbahnhof Twisk aufnahm. Die andere Reisegruppe in dem
Sonderzug musste sich trotz ihres festen Abendessentermins
während
unserer Fotohalte in Geduld üben. Sie trug es mit Fassung,
nachdem
unser 1. Vorsitzender um Verständnis gebeten hatte. Auch wir
trafen einigermaßen pünktlich im Endbahnhof Hoorn
ein, der
als Museumsbahnhof mit seinem Stellwerk und dem beschrankten
Gleisübergang einen typisch englischen Eindruck macht. Der
Abend
in Amsterdam ließ die Tagung bei einem gemeinsamen Abendessen
in
einem Fischlokal gemütlich ausklingen.
Sonntag, 31. August - Amsterdam
Und doch gab es noch einen letzten Höhepunkt am Vormittag. Die
Tagungsgruppe traf sich in der Haarlemmermeerstation der Amsterdamer
Museumsstraßenbahn. Ein letztes Mal konnten wir ein
Museumsdepot
mit Triebwagen aus ganz Europa besichtigen, die in unterschiedlichsten
Erhaltungszuständen auf ihre Restaurierung warten oder bereits
mustergültig restauriert sind. Mit einem Wiener Triebwagen
starteten wir zur Fahrt Richtung Haarlem mit vielen Fotohalten
längs eines typisch holländischen Kanals, wurden vom
nachfolgenden Zug eingeholt, mit ihm gekuppelt, von anderen gekreuzt,
bis die Fahrt vor Erreichen des Ziels in Bovenkerk an einer
Gleisunterspülung zu Ende war. Und nach der Rückkehr
von
diesem schönen Ausflug wurden wir auch noch zum Abschluss mit
Broten und Getränken reichlich bewirtet, bis die Teilnehmer in
alle Himmelsrichtungen aufbrachen – einige mit IC, andere mit
dem
ICE3 nach Köln.
Wo uns
keine Fotos von der Tagung vorliegen, zeigen
wir andere Aufnahmen der erwähnten
Fahrzeuge aus dem Archiv des VDVA-Webmasters (www.tra.ms)