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Tagung 2002 (Thüringen)


Samstag, 24. August  - Kassel

Tagung 2002

Vor der eigentlichen Tagung war ein Wochenende in Kassel als "Vortagung" organisiert worden. Pünktlich um 13.00 Uhr startete unser Oldtimer-Sonderzug mit dem Tw 144 (von 1909) und dem Bw 655 zu einer Schleifenfahrt durch die Stadt bis zum Rathaus, um auf dem Rückweg am Eisenbahn-Bahnhof Wilhelmshöhe noch weitere Teilnehmer aufnehmen zu können und schließlich zum Hauptziel, dem Betriebshof der Straßenbahn auf der Wilhelmshöhe, zu fahren. Eine Parade von Straßenbahnzügen aus allen Epochen erwartete uns dort bei schönstem Fotolicht (MTw 110, MTw 214, MTw 228 + 521 sowie Schienenpflege 6x-Atw 317). Ein Rundgang durch die inzwischen fertiggestellten Werkstätten und Betriebshallen zeigte den Abschluss der Bauarbeiten, die die langjährigen Teilnehmer bei früheren Besuchen schon hatten beobachten können. Die weitere Sonderfahrt führte uns dann zu fast allen anderen Endstellen der Straßenbahn, ins Druseltal (mit Gedenken an die Herkulesbahn), zur Hessenschanze, durch den Tunnel am Hauptbahnhof, der nicht mehr allzu lange in Betrieb sein wird, zur Endstelle Ihringshäuser Straße und auf der Rückfahrt natürlich über die Krankenhausschleife bis zum zweistöckigen Betriebshof Holländische Straße. Dort erwarteten uns die Kasseler Straßenbahnfreunde in ihrem Museum und ließen uns ausschwärmen. Bei der Führung erzählten sie uns von ihren Sorgen, weil dieser stillgelegte Betriebshof total aufgegeben werden muss. Das Museum soll dann endgültig in einem Teilstück des nicht mehr benötigten Tunnels am Hauptbahnhof untergebracht werden.


Sonntag, 25. August  - Kassel

Tagung 2002

Am zweiten Tag der Vortagung, ließ uns dann die moderne Stadtbahn erkunden, die nach dem Karlsruher Vorbild das Umland mit dem Stadtkern so verknüpft, dass man, ohne umsteigen zu müssen, bis ins Stadtzentrum durchfahren kann. Auf der Eisenbahnstrecke nach Warburg fahren heute Saarbahnwagen (Typ S1000, Bombardier BWS/Kiepe/Elin) noch von einem in der Höhe angepassten Bahnsteig des Hauptbahnhofs ab. In diesen elektrischen Triebwagen mit der im Vergleich zu Eisenbahnfahrzeugen so viel größeren Beschleunigung kann man den Fortschritt gegenüber den doch trägen Eisenbahnfahrzeugen feststellen und verstehen, warum die Straßenbahn und ihr moderner Nachkomme, die Stadtbahn, wieder Zukunft haben. Nach einem von unserem Vorsitzenden bis ins Kleinste ausgearbeiteten Plan konnte man unterwegs gute Fotostandpunkte besetzen oder die Fahrt mit dem Saarbahnwagen 1002 bis zur Endstation und zurück genießen. Bei der Rückkunft zeigten Menschenschlangen, dass auch der alte Hauptbahnhof eine Zukunft hat: Die „Documenta“ hat einen seiner Flügel in Beschlag genommen und zieht nicht nur Eisenbahnfreunde in Trauben an. Die Stadtbahn soll ja in naher Zukunft an das Straßenbahnnetz angeschlossen werden und wird aus dem Kopf- teilweise einen Durchgangsbahnhof machen. Am Nachmittag sahen wir, dass die Zukunft bereits Wirklichkeit geworden ist. Die Fahrt mit einem der modernsten Triebwagen (dem ER Nfl. Tw 602, von Bombardier-DWA/Kiepe) führte uns über die Strecke zur Papierfabrik zu der Stelle, wo sie auf das benachbarte Eisenbahngleis überwechselt und auf der von der Bundesbahn schon lange für den Personenverkehr aufgegebenen Strecke nach Waldkappel inzwischen den Ort Kaufungen viel besser als früher erschließt, heute den Ort Helsa erreicht und in Kürze bis Hessisch Lichtenau verlängert werden soll. Die Zieltafeln waren bereits aufgestellt. Die Rückfahrt führte uns in den uns noch fehlenden Südwestteil der Stadt, quer durch die Einkaufsstraße mitten im Zentrum (auch hier streitet man sich, ob Straßenbahn und Fußgänger nebeneinander Platz haben) und über die nach Mattenberg verlängerte Vorstadtlinie, die an die Kassel-Naumburger Eisenbahn angeschlossen wurde und heute bis zum Bahnhof Großenritte betrieben wird. Beim nächsten Besuch werden wir hoffentlich auf der Verlängerung Richtung Naumburg weiterfahren können. Schließlich fuhren wir auf der ebenfalls vor nicht allzu langer Zeit gebauten Strecke über Helleböhn mit einem schönen Fotohalt an der Zwischenendschleife Brückenhof zurück zum Bahnhof Wilhelmshöhe und hatten noch Zeit genug, einen weiteren Abstecher zur Stadthalle zu machen, um dort ein Wenden über das Gleisdreieck fotografieren zu können. Der Tag schloss mit der Weiterfahrt nach Erfurt zum Beginn der eigentlichen Haupttagung. übrigens: Unsere Anfrage in Kassel hatte der Betriebsleiter, Herr Bader, direkt an den dortigen Verein, die Straßenbahnfreunde Kassel, weitergeleitet. Die Mitglieder unter Führung des Vorsitzenden Klaus Peterzelka haben ein einzigartiges Programm mit vielen Attraktionen organisiert.


Montag, 26. August  - Erfurt

Tagung 2002

Die Hauptstadt Thüringens, Erfurt, erwartete uns am Montag, dem 26. August, wieder mit bestem Fotografierwetter. Inzwischen waren alle Tagungsteilnehmer eingetroffen und erlebten auch hier einen Betrieb, der nach der Wende in jeder Beziehung modernisiert wurde. Unsere Sonderfahrt begann in der Betriebsschleife Löberwallgraben südlich des Hauptbahnhofs und führte uns mit dem MGT 605 zum neuen Viertel auf dem Ringelberg, wo die Endstation vorausschauend heute noch auf freiem Feld liegt, die Strecke den jetzigen Bewohnern aber schon eine schnelle Fahrt ins Zentrum bietet, ohne auf das Auto angewiesen sein zu müssen. Weiter ging es leider nicht gleich über die planmäßig nicht befahrene Verbindungskurve zur Endstation Zoopark, da die Weiche sich nicht umstellen ließ, sondern zuerst zum westlichen Stadtrand an der Messe mit der inzwischen nochmals weiter hinausgeschobenen Endschleife und erst dann über die Abstellanlage an der Magdeburger Allee, wo Arbeitswagen und der alte Verkehrsturm vom Anger auf das Fotografiert-werden warteten, hinaus zum Zoopark. Natürlich durfte hier die ganz neue und doch alte, da wieder in Betrieb genommene Strecke über das Brühl nicht fehlen, wo trotz nachdrängender Planzüge die Zeit für einen schnellen Fotohalt bleiben musste. Langsam fühlte man Mittagshunger, so dass man mit Freude auf die letzte lange Vormittagsstrecke in den Südosten von Erfurt abbog. Nach einem Aufenthalt in der Zwischenschleife Kranichfelder Straße musste der im Nachtverkehr übliche Abstecher zum Wiesenhügel aber auch noch absolviert werden, bis schließlich der Betriebshof Windischholzhausen erreicht wurde und man sich dort umschauen und bei einem kleinen Mahl regenerieren konnte. Der Nachmittag begann mit der langen Rückfahrt mit dem Gotha-GT4-Tw 178 + Bw 274 in die Stadt, einer kleinen Fotoorgie an der Schleife Melchendorfer Straße, wo wir gerne Zug und Gegenzug gleichzeitig fotografiert hätten, aber genau an dieser Stelle anscheinend ein Begegnungsverbot war, einem schnellen Abstecher zur Thüringenhalle und führte uns dann zur letzten Außenstrecke unserer Sonderfahrt, nach Rieth und zum heutigen Europaplatz, dem früheren Ulan-Bator-Platz. Aber auch hier durfte eine Besonderheit nicht fehlen, der Sonderzug bog mal schnell zur sonst nicht befahrenen Schleife Pappelstieg ab, um dann über den Betriebshof Nordhauser Straße, der dabei besichtigt werden konnte, wieder weiter nach Norden fahren zu können. Trotz des umfangreichen Programms blieb am Abend noch genügend Zeit, einen privaten Abstecher zur noch fehlenden Schleife am Nordfriedhof zu machen und dann am Dom bei einem Eis die Abendsonne zu genießen. Das Programm Erfurt wurde von den Thüringer Straßenbahnfreunden, allen voran die Herren Hobe und Ockert, mit freundlicher Unterstützung des Betriebsleiters Nitzschke durchgeführt.


Dienstag, 27. August  - Gera

Tagung 2002

In Gera kann am Hauptbahnhof nicht mehr und noch nicht wieder in eine Straßenbahn umgestiegen werden. Das nie in Betrieb genommene Gleis einer Endschleife erinnerte daran, dass früher eine Straßenbahnlinie am Hauptbahnhof vorbeiführte, aber die Betriebe in der DDR ihre Planungen nicht wie gewünscht abschließen konnten. Dafür wurden wir aber später im Betriebshof über die neu zu bauende Strecke nach Untermhaus bestens informiert. Sie soll mit einer Unterführung quer zu den Eisenbahngleisen gebaut werden und damit optimale Umsteigemöglichkeiten bieten. So blieb uns nur ein nicht allzu langer Fußmarsch übrig, um die Straßenbahnstrecke ins Neubaugebiet Bieblach Ost zu erreichen. Unser Sonderzug, bestehend aus zwei modernisierten Kurzgelenktriebwagen (KT NF8 352 + KT4DMC 353), kam pünktlich. Der Betriebsleiter, Herr Berger, ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich zu betreuen, assistiert von einem Mitarbeiter und Fahrer des historischen Vereins, die alle unsere Wünsche bezüglich Fotohalten in die Tat umsetzten. In Bieblach Ost hatten wir genügend Zeit, Planzüge und Sonderzug zu fotografieren, bis die Fahrt quer durch die Stadt, auf einem Hilfsgleis vorbei an einer Baustelle vor der Hausdurchfahrung, zur Endstation Lusan begann. Auf der Rückfahrt von dort kam uns fotogen der Schleifwagen entgegen, dann bogen wir ab auf die Zwötzener Strecke und dort in den vollkommen neu gebauten Betriebshof. Auch hier standen uns alle Hallen offen, vor denen sich die Fahrzeuge in schönem Licht präsentierten (Museums-Tw 16,12 und 29 sowie ATw 106, 104 und 105). Ein kleines Museum im ersten Stock des neuen Betriebshofs, zugänglich durch den abgetrennten Kopf eines alten Zweiachsers (ex 132 [ex 15II] ZR-ET 50, Gotha), erinnert an die Zeiten, wo auch die Geraer Straßenbahn noch eine klassische Bahn war, von der behauptet wurde, dass sie als Verkehrshindernis eingestellt werden müsste. Im 1. Stock wird der Kopf des Tw 168 ausgestellt. Weiter ging es mit einer nicht modernisierten Garnitur von zwei KT4D-Gelenktriebwagen (338 + 339) zur alten Endschleife in Zwötzen, die nach der Wende noch keine Baumaschine gesehen hat. Warum auch, soll doch auch hier auf neuer Trasse vom Stadtzentrum eine ganz neue Linie über Pforten nach Zwötzen gebaut werden. Zurück im Stadtzentrum wurde uns zum Abschluss noch das notwendige Schmankerl geboten, eine Rundfahrt auf der neuen Innenstadtwendeschleife, die gleichzeitig der Beginn der schon erwähnten Neubaustrecke nach Zwötzen ist.


Mittwoch, 28. August  - Jena und Naumburg

Tagung 2002

Am Mittwoch besuchten wir gleich zwei Betriebe, die sich in günstiger Entfernung von Erfurt befinden. Und obwohl das Netz in Jena um einiges größer ist als das von Gera, schafften wir es bei unserer Sonderfahrt, einen Großteil von ihm abzufahren. Beginnend am Westbahnhof musste das erste Stück wieder zu Fuß zurückgelegt werden, weil die passende Straßenbahnlinie von dort in die Stadt schon lange stillgelegt ist. An der neuen Stumpfendstelle am Ernst-Abbe-Platz wartete ein neuer Niederflurtriebwagen (GTZ 6M 614) auf uns, um über die Neubaustrecke durch die Oberaue uns am Depot in Burgau vorbei in das Neubaugebiet Lobeda mit den beiden Stumpfendstellen Ost und West zu bringen. Die jeweils dreigleisigen Endstellen mit den Planzügen in die Innenstadt und zur jeweiligen anderen Endstelle zusammen mit unserem Sonderzug boten vielfältige Fotomöglichkeiten. Bei der Rückfahrt öffneten sich die Tore zum Depot Burgau. Wieder erhielten wir umfangreiche Informationen und konnten viele schöne Fotos machen, arrangiert von der Leiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Frau Schumann. Die Zeit drängte, und trotzdem konnten wir, nunmehr mit einem Reko-Dreiwagenzug (134 + 187 + 189 = Fahrschulzug, gefahren für uns vom Fahrlehrer Dietz), doch noch mehrere Fotohalte auf der langen Außenstrecke nach Zwätzen einlegen und auf der Rückfahrt schließlich nach einem Sonderhalt auf der Saalebrücke den Altbauzug zusammen mit dem neuen Wahrzeichen von Jena, dem Carl-Zeiss-Turm, fotografieren. Leider ging die Zeit mit diesen Gegensätzen Alt und Neu viel zu schnell vorbei, in Kürze endet dann auch die Phase der Zweiachser-Dreiwagenzüge! Vom Bahnhof Jena-Paradies ging es dann zum zweiten Ziel des Tages, nach Naumburg, das im Saaletal gerade mal eine dreiviertel Stunde von Jena entfernt ist. Die Naumburger Straßenbahn ist ein überlebenskünstler und hält sich, wohl wegen der großen Energie ihrer Betreiber und Fans, tapfer auf den Schienen. Eigentlich schon lange abgeschrieben, ist sie inzwischen auf der noch bestehenden Strecke fast komplett neu aufgebaut worden. Am Bahnhof, an dem uns bei unserer letzten Tagung dort noch ein Wagen zur Rundfahrt erwartet hatte, ist an der alten Haltestelle nichts mehr zu sehen. Aber kaum ist man um die Straßenecke gebogen, sieht man einen Seitenstreifen frei gehalten, momentan zwar noch als Parkstreifen benützt, aber immerhin! Und von der nächsten Ecke führt die neue Strecke wieder in einem eigenen Bahnkörper am Straßenrand hoch in die Stadt Richtung Depot. Wir wanderten entlang dieses Streckenstücks, auf dem ein schweres Schienenprofil auf Betonschwellen zum Einbau gelangt, und freuten uns über die Teerarbeiten an einer Straßenkreuzung, die diesmal nicht Schienenreste überdeckten. Am Ende dieser Neubaustrecke und Beginn der alten Strecke, am Jägerplatz, warteten in der Straßenmitte auf uns die Triebwagen 50 und 51 (ex Jena 132 bzw. 137) sowie der Naumburger Tw 33 (T57) und brachten uns das restliche Stück zum Depot, wo uns die Naumburg-Jenaer Straßenbahnfreunde herzlich willkommen hießen, ebenso Geschäftsführer Plehn von der Naumburger Straßenbahn GmbH. Von dort aus gab es Pendelverkehr mit allen Triebwagen über den Theaterplatz zur anderen Endstelle an der Vogelwiese. Auch kam noch der Erfurter ZR-KT4D 405 für uns zum Einsatz, überall unterwegs konnte man fotografierende Straßenbahnfreunde sehen. Wünschen wir der Naumburger Straßenbahn, dass sie bald wieder wenigstens die ganze Museumsstrecke zwischen Hauptbahnhof und Salztor befahren kann.

Tagung 2002


Donnerstag, 29. August  - Nordhausen

Tagung 2002

Am Donnerstag hatten wir wieder eine längere Anreise vor uns. Die Fahrt von Erfurt bis Nordhausen mit der Regionalbahn dauert immerhin knappe zwei Stunden. Dann aber wird man auch hier von neu gelegten Gleisen empfangen. Auf der dem Bahnhof gegenüberliegenden Seite des Vorplatzes glänzt ein neu gebauter Bahnsteig, wo heute ein bequemes Umsteigen zwischen der Nordhäuser Straßenbahn und den Harzer Schmalspurbahnen möglich ist, wo aber Nordhäuser Straßenbahnwagen (die unten erwähnten Twino-Nachfolger) ab 2004 wenigstens bis Ilfeld durchfahren sollen. Wir wurden vom Verkehrsleiter, Herrn Schramm, mit einem Zweiachser-Sonderwagen (Gotha-Tw 40 = Sonderlackierung zum 100jährigen Jubiläum) abgeholt, in dem sich unsere 65-köpfige Gruppe dicht drängte und in dem laut Fassungsvermögen dann immer noch für weitere 20 Fahrgäste hätte Platz sein sollen. Wir wurden über das gesamte, nicht so große Netz gefahren, lernten also die drei anderen Endstellen am Krankenhaus, in Nordhausen-Ost und an der Parkallee auch noch kennen. Bemerkenswert ist, dass die gesamte Innenstadtstrecke vom Bahnhof bis zum Kornmarkt vollkommen neu in Straßenmitte auf eigenem Bahnkörper gebaut wird. Wegen des Neubaus der Brücke über die Zorge war auch die Endschleife am Hauptbahnhof nur über das östliche Gleis im Pendelverkehr zugänglich. Schließlich kamen wir ins Depot Grimmelallee, wo uns mit Stolz die Werkstatt und die Reservefahrzeuge gezeigt wurden. Mit Stolz deswegen, weil die Nordhäuser Straßenbahn maßgeblich an der Entwicklung eines Zweisystem-Straßenbahnwagens (mit Elektroantrieb und zusätzlichem dieselbetriebenen Generator) beteiligt war und so einen Vierachser namens „Twino“ (72) ausgerüstet hat. Wir konnten mit ihm, dem G4-Tw 59 („Schienen-Bistro“) und dem Oldtimer Nr. 23, dem Vorreiter des Gothawagens, Fahrten zwischen dem Betriebshof und der Endstelle Parkallee mitmachen. Und dann besitzt die Nordhäuser Straßenbahn auch noch zwei Triebwagen der neuesten Generation in einer dem kleinen Betrieb angepassten Größe: der nur dreiteilige Combino wird folgerichtig Bambino genannt. Da seinerzeit nur zwei Nfl.-Tw vorhanden waren und beide Wagen dem Planbetrieb nicht entzogen werden konnten, durften wir am Nachmittag mit Planzügen bis zur Endstelle Nordhausen-Ost und zurück fahren. Und schon war auch in diesem kleinen Betrieb die Zeit viel zu schnell vergangen. Am Abend fand dann im Hotel in Erfurt die Mitgliederversammlung statt, bei der unser langjähriger Vorsitzender Walter Vögele dank seiner Verdienste um unseren Verband zum Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Zugleich wurde ein neuer Vorstand unter Vorsitz von Rolf Hafke gewählt.


Freitag, 30. August  - Gotha und Lichtenhain an der Bergbahn

Tagung 2002

Heute zog es uns von Erfurt wieder zurück nach Westen, nach Gotha. Dort wartete am Hauptbahnhof der Gothaer Gelenkwagen 215 auf uns. Wir erfuhren, dass der Wendeanlage ein großer Umbau bevorsteht, konnten also mit Bedacht vielleicht ein letztes Mal die Endschleife im Grünen, an verlassenen Hotelbauten der Gründerzeit vorbei, genießen und die Strecke zum Ostbahnhof befahren, die wir beim vorhergehenden Besuch noch beim Neuaufbau erlebt hatten. Im eingleisigen Streckenstück musste natürlich ein Fotohalt stattfinden. Der uns fahrende Verkehrsleiter, Herr Hartung, führte uns auch durch den Betriebshof, die vielen Um- und Neubauten und die geplanten Baumaßnahmen waren nicht zu übersehen. In den Betriebsräumen konnten die Straßenbahner mit uns einen hoffentlich guten Umsatz mit den angebotenen Souvenirartikeln machen. Dann stiegen wir ein in einen Zug der Thüringer Waldbahn, den ex Bochumer Gelenktriebwagen 592, der uns auf die romantische Strecke in den Thüringer Wald brachte. Für die meisten von uns war neu der Abstecher zum Krankenhaus, wo ein für den Park+Ride-Verkehr neu gebautes Parkhaus gute Möglichkeiten zum Fotografieren der neuen Schleife bot. Dann aber genossen wir weiter die vertraute Strecke nach Tabarz, dem Erholungsort am Thüringer Wald. Bei der Rückfahrt ließen wir uns in Reinhardsbrunn natürlich wieder nicht die Begegnung mit dem Zug auf der parallel verlaufenden Eisenbahnstrecke entgehen (das war ein Fotohalt auf „kleinstem Raum“, wir durften den DB-Bereich nicht betreten) und bogen dann am Gleisdreieck Richtung Waltershausen ab. Im Ortskern erregten wir bei unserem Fotohalt auf der eingleisigen Strecke Aufsehen, denn die Einheimischen wunderten sich wie so oft, was es denn bei der ihnen so vertrauten Straßenbahn Besonderes zu fotografieren gäbe. Am Waltershausener Bahnhof erwartete uns schließlich ein Bus, der uns quer durchs Land an der Baustelle der Schnellfahrstrecke Erfurt – Nürnberg entlang zur Talstation der Oberweißbacher Bergbahn schaukelte. Zwar hatte die Bergbahn im August ihren Betrieb zwecks Modernisierung eingestellt, und auch die Schwarzataleisenbahn nach Katzhütte lag noch still. Doch der engagierte Betriebsleiter, Herr Möller, wusste so lebendig von seinem Wechsel von der DB AG zur Betreibergesellschaft der Schwarzatalbahnen und von seinen Aufgaben zu erzählen, dass man es ihm glauben musste, dass zum Fahrplanwechsel jetzt im Dezember 2002 das scheinbare Chaos wieder betriebsfähig sein würde. Leider war auch gerade in dieser Woche die Höhenbahn von der Bergstation Lichtenhain nach Cursdorf nicht in Betrieb. So blieb uns Zeit für eine ausführliche Besichtigung der vollkommen neu gebauten Antriebsanlagen in der Bergstation, zum Fotografieren der Elektrotriebwagen der Cursdorfer Strecke und schließlich als überraschung ein Besuch der Lichtenhainer Parkeisenbahn, auf der eine Art Grubenzug immer mehr Besucher anlockt, die eine Pendelfahrt mitmachen und die ausgestellten Grubenfahrzeuge besichtigen möchten. Wir freuten uns mit den Betreibern, Eisenbahnfreunden, die extra aus Saalfeld herüberkommen, über diesen Erfolg, der ihre Mühen belohnt. Auch die Rückfahrt musste, obwohl sie mit der Bahn im Schwarzatal so romantisch gewesen wäre, wieder auf dem direkten Weg mit dem Bus erfolgen. Damit war die eigentliche Haupttagung in Thüringen zu Ende.


Samstag, 31. August  - Zwickau / Sonntag, 1. September - Halle

Tagung 2002

Am Hauptbahnhof in Zwickau erwartete viele unermüdliche Teilnehmer der Nachtagung der offene Triebwagen Nr. 7 und der KT4D 929 zur Sonderfahrt, die sie über die „Zentralhaltestelle“ zunächst zur Endstation Städtisches Klinikum und dann wieder zurück über die Zentralhaltestelle zum Betriebshof Schlachthofstraße brachte. Geboten war wie üblich die Besichtigungsmöglichkeit, eine Gelegenheit zum Mittagessen und ein Souvenirkauf bei den „Freunden des Nahverkehrs Zwickau“, die dankenswerterweise diesen Tag für uns abwechslungsreich gestaltet haben. Danach ging es mit dem Gotha ET 57 und dem GT6-Tw 912 weiter zur neuen Endstation in Eckersbach und zum Glück-Auf-Center. Schließlich konnte man noch die Gelegenheit nützen und mit der Vogtlandbahn von Zwickau-Zentrum auf dem Dreischienengleis bis Glück-Auf-Center und weiter auf Eisenbahngleisen zum Zwickauer Hauptbahnhof fahren. Der letzte Tag, Sonntag der 1. September, ließ uns dann mit der Bahn nach Merseburg in Sachsen-Anhalt fahren, wo ein kurzer Fußmarsch zur Straßenbahnhaltestelle Merseburg-Zentrum fällig war, für die meisten von uns aber mit Gepäck! Die Sonderfahrt mit dem Zweirichtungs-ZT4D 900 unter fachkundiger Leitung des Vereins Hallesche Straßenbahnfreunde brachte uns auf der überlandstrecke nach Halle zum Betriebshof Rosengarten. Nach der Besichtigung ging die Sonderfahrt weiter über den Markt nach Halle-Neustadt, wo der Tatrawagen doch eher als Fremdkörper betrachtet wurde – kommen doch planmäßig wegen der Stumpfendstelle sonst nur NGT dorthin. Danach fuhren wir zum historischen Depot Seebener Straße und erhielten wieder eine Führung und viel Gelegenheit zum Fotografieren der hinterstellten historischen Fahrzeuge. Die weitere Fahrt erfolgte mit dem Lowa-Tw 505 und dem Gotha-Tw 523 über Kröllwitz, Steintorbrücke (Stumpfendstelle) und Hauptbahnhof zum Betriebshof Freiimfelder Straße. Mit der Rückfahrt zum Hauptbahnhof endete auch die Nachtagung 2002.


Wo uns keine Fotos von der Tagung vorliegen, zeigen wir andere Aufnahmen der erwähnten Fahrzeuge aus dem Archiv des VDVA-Webmasters (www.tra.ms)

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